Lange Zeit hatte ich das Gefühl, nicht richtig in diese Welt zu passen.
Nach außen funktionierte vieles. Innerlich war da oft etwas anderes: ein Gefühl von Fremdheit, Enge und dem Eindruck, irgendwie „anders“ zu sein. Und gleichzeitig eine sehr feine, sehr wache Wahrnehmung für alles, was zwischen Menschen passiert.
Ich hatte oft das Gefühl, zu viel zu sein.
Zu viel Tiefe.
Zu viel Wahrnehmung.
Zu viel Sehnsucht nach echter, tiefer Begegnung.
Und gleichzeitig zu feinfühlig, um mich einfach „anzupassen“, ohne mich selbst zu verlieren.
Ich habe versucht, mich zu regulieren, anzupassen, zu kontrollieren – in der Hoffnung, dass dieses innere Unstimmigkeitsgefühl irgendwann nachlässt und ich einfach okay sein kann mit der Art und Weise, wie Menschen das Leben und Beziehung eben leben.
Es hat sich nicht gelegt. Im Gegenteil. Manchmal war ich mir selbst mit meiner Sehnsucht zu viel – ich wusste nicht, wohin mit ihr – und niemand schien es richtig nachvollziehen zu können…
Auf meinem Weg, irgendwie in meinem Leben klar zu kommen, wurde mit der Zeit sichtbar, dass es nicht nur um mich ging – sondern um das, was wir Menschen lernen, was Beziehung, Nähe und Leben sein soll.
Ich habe begonnen zu suchen.
Über klassische Wege, wenig später über Körperarbeit, Trauma-Arbeit und unterschiedliche therapeutische und spirituelle Ansätze.
Und Schritt für Schritt hat sich etwas verändert:
Nicht durch ein einzelnes Verständnis, sondern durch Erfahrung.
Ich bin durch meine eigenen Schutzmechanismen, Traumata und Überlebensmuster hindurchgegangen – und tue es immer noch.
Ich habe gelernt, nicht auszuweichen.
In Momenten der tiefsten Wunden zu bleiben – auch wenn alles in mir ausweichen will. In Verbindung mit mir. In Verbindung mit anderen Menschen. In Verbindung mit der Wahrheit zu bleiben oder wieder dorthin zurück zu kehren.